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Leseprobe
Zu „Träume und Gedanken einer Spinnerin“
Traum vom Beginn der Nacht
Ich lief so durch Warnemünde und traf dort eine Frau um die 30, halblanges, glattes, braunes Haar, blaue Augen, sie hatte einen weiten, langen Rock, eine Strickjacke und ein T-Shirt an.
Aus der Realität kannte ich sie nicht, doch auf der Ebene von Weisheit, Seele und Herz wusste ich, sie ist eine von meinem Stamm. Der Einfachheit halber nenne ich sie Elke.
Sie fragte mich: „Hast Du Deinen Laden noch?“ Ich antwortete: “Nein, das mache ich nicht mehr.“ „Und Christiane, die Homöopathin?“ „ Soweit ich weiß, macht sie das auch nicht mehr.“ „Oh, Mann“ bedauerte die Frau.
Sie meinte, so kam es mir in den Kopf, dass die anderen Kräfte in dieser Welt verhindern, dass wir uns weiter mit unserer Spiritualität beschäftigen. Sie vereinzeln uns, wir bekommen schwere Aufgaben zugeteilt, so dass wir uns nicht mehr in Netzwerken verbinden können. Es kann kaum Jemand davon leben, von Reiki, schamanischem Wissen, Quantenheilung, Familienstellen, Homöopathie und was es sonst noch alles gibt. Scheinbar ist die Hürde zwischen materieller Welt, der Realität und geistiger Welt, dem unendlichen inneren, höheren Raum zu groß, als dass diese Dinge zusammenfügen können. So geht es wohl vielen.
Der Mensch muss essen, wohnen, hat Wünsche und Bedürfnisse und so tritt die innere Weisheit in den Hintergrund und man ist wieder vollauf mit dem Geröddel der materiellen, äußeren Welt beschäftigt.
Ich war dann in der Wohnung meiner Großmutter, dort ging es oft gesellig zu. Wir saßen beisammen und es kam einer zu Besuch, ein großer, braun gebrannter, älterer Mann mit Glatze und einem Lächeln im Gesicht. Ein Mann mit Ausstrahlung, die auf viele Frauen wirkte, doch nur wenige haben ihn auch bekommen.
Er wurde freundlich und herzlich begrüßt. Eine der Frauen, ich nenne sie Astrid, war gerade schwanger von ihm, so ca. im 6. Monat.
Er schaute ab und zu nach ihr, denn es war sein Kind, das sie erwartete. Die Beiden gingen normal und kameradschaftlich miteinander um.
Ich allerdings war etwas misstrauisch, angesichts der vorigen Gedankengänge, und überlegte mir, was das wohl für ein Kind werden wird, das sie da auf die Welt bringt.
Später waren wir wieder an der Straßenecke, wo ich zuvor schon die Begegnung mit Elke hatte.
Da kam eine alte Indianerin, jedenfalls sah sie so aus, mit ihren langen, grauen Haaren und dem beigen Wildlederkleid.
Sie tippte Elke an. Die Augen der Indianerin strahlten in einem wunderschönen, klaren Goldbraun, ein kindliches Lächeln verschönte ihre Züge. Sie schaute Elke an und Tränen wie Kristalle perlten aus ihren Augen.
Ich sagte zu Elke: “Sie erkennt Dich, ihre Seele erkennt Dich.“ Ich wusste, die beiden Seelen waren schon viele Leben in großer Liebe miteinander verbunden und jetzt hatte die Indianerin sie gefunden.
Elke setzte sich auf eine Bank und lud die Ältere ein, ebenfalls Platz zu nehmen.
Dann streifte Elke den Ärmel des Gewandes der Indianerin hoch. Die Arme waren dick und von Schrunden gezeichnet.
Auf eine davon tippte die Indianerin und machte kummervolle Laute, das Sprechen hatte sie schon lange verlernt.
Elke begann sofort mit kundigen Händen eine Lymphdrainagemassage durchzuführen. Ihre Freundin Astrid half ihr dabei.
Vielleicht ist es das, was wir tun können?
Einander zu helfen, bei zu stehen, ungeachtet der äußeren Erscheinung?
Zu diesem Traum hatte ich noch weitere Gedanken:
Erleuchtung, was ist das?
Auf Ikonen und in Kirchen sind die Heiligen mit einem goldenen Kranz um ihr Haupt dargestellt, weil man es in der damaligen Malerei nicht anders ausdrücken konnte.
Erleuchtete strahlen von innen heraus. Das innere Licht verschönt und erhellt ihre Züge, die Augen haben so eine Klarheit, Tiefe und Weisheit, dass man meint, in Gottes Augen zu schauen.
Das alles hatte die Indianerin in meinem Traum. Ihr Gesicht, ihre Augen waren jenseits allen Alters, allen irdischen Verfalls.
Sie war nur noch Seele und Herz, weit weg von allen Worten.
Können wir, die wir das Werkzeug unseres Verstandes als so hoch einschätzen, begreifen, wie es ist, ohne ihn zu existieren? Ohne ihn zu kommunizieren, abseits des Hörens, Sehens, aller uns bekannten Sinne und Verständigungswege?
In Naturvölkern werden die Narren als heilig verehrt. Auch hier kommen Kinder zur Welt, denen die Lernfähigkeit und der Verstand fehlt, ebenso, wie alten Menschen mit Alzheimer und Demenz. Das Einzige, das dieser Gesellschaft einfällt, ist, diese Menschen weg zu sperren, weil sich Ärzte und auch die Anderen, die zur Schule gegangen sind, einen Beruf erlernt haben, dass eine Existenz außerhalb von Logik und Intelligenz überhaupt ein Leben sein kann.
Dabei könnten wir so viel von ihnen lernen.
Manchmal bekomme ich eine Ahnung davon. In der sexuellen Ekstase löst sich mein Sein auf, es gibt keine Grenzen mehr, kein Ego, keine Umwelt. Ich bin in Gottes Raum.
Diese Leseprobe ist aus dem Buch "Träume und Gedanken einer Spinnerin", welches ich gerade schreibe. Wenn Ihnen die Leseprobe gefällt, können Sie sich zu meinem kostenlosen Newsletter anmelden. Dann werden Sie immer als Erste über neue Texte informiert.
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